Mit einiger Wut im Bauch schreibe ich diesen Artikel.
Am Pfingstsonntag traf sich im bayerischen Mittenwald, nahe der österreichischen Grenze, Gebirgsjäger-Veteranen der Wehrmacht und Waffen-SS zum “Heldengedenken” auf dem Hohen Brendten. Dieses Treffen geschieht in der Tradition von Hubert Lanz, dem verurteilten Kriegsverbrecher, er hatte als “Sühnezeichen” 200 Griechen ermorden lassen, weil diese Partisanen Unterschlupf gewährt hatten, der vorzeitig entlassen 1951, anschließend zum verteidigungspolitischen Berater der FDP aufstieg. Oder Ludwig Kübler, der als “Bluthund” von Lemberg galt und der ab 1942 auf dem Balkan wütete. Er wurde 1947 in Jugoslawien hingerichtet. Sein Name trägt heute die Ludwig-Kübler Kaserne in Mittenwald. Die Bundeswehr steht somit ganz in der Tradition der Verbrechen der Wehrmacht.
Halt, ich habe natürlich vergessen, dass die Wehrmacht eine “saubere und anständige” Armee war. So jedenfalls nach den Reaktionen der Revanchisten der Wehrmachtsausstellung von 2002. Hätte die damalige sowjetische Armee in gleicher Weise gewütet, wie die deutsche Armee bei ihrem Angriffs- und Vernichtungskrieg, nicht auszudenken. Hiermit will ich nicht die Gräuel der russischen Armee an der Zivilbevölkerung rechtfertigen.
Schlimm ist auch wenn der noch Ministerpräsident aus Bayern, Herr Stoiber, “stolz auf die Verdienste der spezifisch bayerischen Truppe ist”. Hier darf man keine Dummheit vermuten, sondern Geschichtsklitterung und die Hoffnung, dass die Geschichte den Mantel des Schweigens legt. Eine ähnliche Reaktion findet man im Großteil der einheimischen Bevölkerung, denen die linken Protestierer ein Dorn im Auge sind und lieber stolz auf ihre Gebirgsjäger sind.
Den Vogel hat das Bundesverfassungsgericht abgeschossen, wonach eine Gegen-demonstration zum Aufmarsch der Veteranen verboten wurde. Natürlich hatte man Angst um gewalttätige Ausschreitungen. So konnte aber das Treffen der Teilnehmer, einer verbrecherischen Organisation (Wehrmacht und Waffen-SS), die in der Tradition der heutigen Bundeswehr stehen, ungestört ablaufen. Da kann ich nur sagen: „Wehret den Anfängen!“

Mit Ängstlichkeit und fehlendem Opponieren wurde das damalige verbrecherische politische System stark gemacht. Wir können es uns heute scheinbar leisten, wenn wir die Verbrechen der Vergangenheit totschweigen und ummünzen in „Befehlsnotstand“. Die Frage ist nur:
„In welchem Geist, wird die heutige Jugend groß“ und „Welche Lehren haben wir aus unserer Geschichte gezogen“. Die Beantwortung der Fragen überlasse ich dem geneigten Leser.