Hört man den Begriff Solidarität müssen viele an einen politischen Kampfbegriff der Linken denken. Aber was heißt Solidarität?
Damit verstehe ich die Anteilnahme und auch Hilfe von Menschen, die sich in einer schwierigeren materiellen und immateriellen Lage befinden. Welchen Radius soll diese Hilfe haben? In meiner Anfangsfrage stelle ich den Lebensraum Deutschland dar.
Aber was ist Deutschland. Seit 1871 ist Deutschland ein einigermaßen homogenes Gebilde aus Einzelstaaten und Ländern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt und musste die Ostprovinzen Pommern und Schlesien an Polen abtreten. Außerdem wurde der Rest in West- und Ostdeutschland aufgeteilt. Die Siegermächte übten einen starken Einfluss auf das von ihnen besetzte Land aus. Damit haben sich die Bürger beider deutscher Staaten stark an deren Mentalität angepasst und sich neu an den Lebensbedingungen identifiziert.
In Ostdeutschland geschah diese Anpassung nicht nur freiwillig, sodass viele Menschen eine innere Opposition gegen die herrschenden Verhältnisse aufgebaut haben. Aber auch in Westdeutschland wurde mit Beginn der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine innere Opposition aufgebaut. Das große Vorbild: USA verlor an Ansehen und Leuchtkraft.
Heute befinden wir uns in einem Zustand der Orientierungslosigkeit. Unter dem Bundeskanzler Schröder gab es eine deutliche Ablehnung des außenpolitischen Kurses der USA. Angela Merkel, als Bundeskanzlerin, öffnet sich wieder den außenpolitischen Zielsetzungen der USA, gegen große Widerstände in der Bevölkerung. Damit wird deutlich es gibt keine „deutsche“ Identität. Alles Deutsche wird reduziert auf die Verbrechen und die Weltanschauungen der Nationalsozialisten. Dadurch, dass wir jegliche Eigenständigkeit ablehnen, treiben wir außenpolitisch ohne Orientierung durch den Raum, mit der Gefahr, dass unsere einzige Orientierung am schnöden Mammon hängt. Dadurch orientiert sich der Einzelne an seinem wirtschaftlichen Wohlergehen und ist nicht solidarisch, wenn es seinem Nachbarn schlechter geht. Eher reibt er sich noch die Hände über seine herausgehobene Stellung.
Für Notlagen ist sowieso der Staat zuständig. Nur wird dabei vergessen, dass je mehr er das Geld von skrupellosen Handlangern des Neoliberalismus abgegraben bekommt, er immer weniger in der Lage ist diese Absicherungsfunktion zu übernehmen.
Was ist die Lösung aus diesem Dilemma?
Jeder Bürger, ob arm oder reich, kann dazu beitragen, dass dieses Staatswesen funktioniert. D.h. er muss wieder Verantwortung übernehmen und diese nicht an einen „Wohlfahrtsstaat“ delegieren, den es, wenn diese Entwicklung so anhält, nur noch in unseren Vorstellungen gibt. Insbesondere wohlhabende Menschen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden dieses Staatswesen zu tragen und nicht durch z.B. Drohungen, den Wirtschaftsstandort für ihr Unternehmen zu verlagern, möglichst viel Geld aus diesem Staatswesen zu pressen. Das ist asozial. Konsequenz ist, dass Reiche ihren Lebensraum abriegeln müssen, um so vor dem wütenden Bürger „Mob“ geschützt zu werden. Auch wohlhabende Menschen möchten ihre PS-starken Auto´s auf ordentlichen Straßenbelägen ausfahren.
Auf der anderer Seite müssen viele Menschen von einer Versorgungsmentalität durch Staat abstand nehmen. Das kann durchaus positiv verstanden werden. Die Verantwortung wieder für sich selber zu übernehmen. Häufig empfindet sich der einfache Bürger als „Spielball“ der Mächtigen.
Zurück zur Identität der Deutschen. Diese sollte eingebettet sein in einen europäischen Zusammenhang und sich nicht nur an wirtschaftlichen Zielen der EU orientieren. Außenpolitisch schafft man diese „europäische“ Identität am besten, wenn man sich vom großen Bruder USA entfernt. Bei der heutigen verbrecherischen Außenpolitik der USA dürfte das kein großes Problem sein.