Sich dieser Frage zu nähern geht schwerlich ohne Emotionen. Aber ich möchte da anfangen, wo ich noch ein sehr positives Bild der Vereinigten Staaten habe:
Die Vereinigten Staaten haben Deutschland und Europa von der Nazityrannei befreit. Aber auch das geschah, denke ich, nicht uneigennützig, mit Blick auf die Absatzmärkte in Europa. So hat die USA die Entnazifizierung halbherzig betrieben. Da wo es der eigenen Entwicklung geholfen hat (Weltraumforschung, Flug zum Mond) hat man die politisch belasteten deutschen Persönlichkeiten ohne Prüfung integriert z.B. Herr Struckhold, der vormals Luftwaffenarzt war und der jetzt im ehrgeizigen Mondprogramm der USA benötigt wurde. Dieser Herr Struckhold hatte Unterdruckversuche an z.B. russischen Kriegsgefangenen gemacht (Vgl. TV-Serie „Ärzte unterm Hakenkreuz, Teil 3) und
den Link: de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_%C3%84rzteprozess
Zum Ende des Krieges haben dann die USA auf das widerspenstige, aber kriegsmüde Japan unnötigerweise Menschenversuche unternommen, indem 2 Atombomben auf einen kapitulationsbereiten Gegner geworfen wurde. Sicherlich war der Kapitualationswille nicht offensichtlich, aber mit einer Deeskalationspolitik hätte die USA auch ohne Atombombenabwürfe den 2. Weltkrieg beenden können. Aber da ging es auch um Rache für den Überfall der Japaner auf die Pazifikflotte in Hawaii.

Später fand dann der Stellvertreterkrieg der USA gegen Vietnam statt. Hier wurde mit allen Mitteln versucht einem Land die eigene Doktrin aufzudrücken.
Heute reagieren die USA noch unverblümter, wenn es um die Durchsetzung eigener Interessen geht. Zur Täuschung der Weltöffentlichkeit wird der Wunsch der USA nach Demokratie in der Welt in den Vordergrund geschoben. So wird ein Land angegriffen, wie der Irak, weil der Energiehunger der USA befriedigt werden muss, die vorher gestützten Machthaber, dieses Landes, sich aber von der Interessenlage der USA wegentwickelt haben. Jetzt ist der gleiche Machthaber, der vorher protegiert worden ist, ein Tyrann (Saddam Hussein). Den Energiehunger hofft man in einer instabilen Lage für sich besser decken zu können.
Da passt es gut in die politische Wirklichkeit, dass der Angriff terroristischer Islamisten auf die Türme des World-Trade-Center in New York stattgefunden hat So verabscheuungswürdig diese Taten sind, rechtfertigen sie doch nicht das undemokratische Vorgehen, der USA einen Angriffskrieg zu führen. Heute haben wir im Irak Anarchie und tägliche Attentate mit vielen toten Menschen. Aber nach der Lesart der USA ist ein Islamist weniger wert, als ein guter amerikanischer Christ. Letztendlich profitieren die USA von der instabilen politischen Lage in Nahost. Sie müssen jetzt nicht befürchten, dass großer wirtschaftlicher Druck auf die eigene Energieerzeugungsindustrie entsteht. Der große Denkfehler ist nur, dass es weitere Staaten in Nahost gibt, die Erdöl produzieren. Diese können die USA nicht alle beherrschen. Zwar kooperiert man mit den in diktatorischen Strukturen lebenden Saudis, doch sind die Mullahs im Iran ein großer Unsicherheitsfaktor. Auch Staaten, wie Pakistan, die durch Unterstützung der Machthaber pro USA sind, können jederzeit eine militante Opposition sein. Pakistan unterstützt stillschweigend, von der USA, die Talliban-Kämpfer, die vormals die Macht in Afghanistan innehatten. Diese wurden zur Zeit des Krieges der Sowjetunion gegen die Afghanischen Rebellen von den USA noch unterstützt. Aber das Blatt hat sich gewendet. So kann es für die USA noch oft gehen. Aus Freunden werden Feinde oder „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“ Mit einer Politik des alleinig selig machenden Anspruchs nach westlichen Werten und Errungenschaften, darf sich die Weltmacht USA nicht wundern, wenn viele gegen sie sind. Viele regionale und kulturelle Errungenschaften können dem Druck des starken Wirtschaftsstrebens der USA nicht standhalten. Zuerst scheinen diese neuen Errungenschaften einen faszinierenden Einfluss auf die Menschen vor Ort auszuüben. Sich entwickelte Strukturen scheinen den Menschen veraltet und überkommen. Nur nachdem die eigenen, gewachsenen Strukturen abgeworfen wurden, folgt die große Leere. Von den neuen Strukturen profitieren nur noch wenige Menschen, vornehmlich in den Ländern, die die neuen Strukturen installiert haben. Übrigens das gilt nicht nur für so genannte Entwicklungsländer. Lehnen sich Menschen dagegen auf, werden sie schnell als Terroristen diffamiert.

Aber die USA führen auch eine rücksichtlose Politik gegenüber der Natur aus. So werden neue Erdölquellen in Alaska eröffnet, mit der Gefahr einer erheblichen Verseuchung der Umwelt. Schuld ist der große Energiehunger der USA.
Die USA sind einer größten Produzenten für das Klimagas CO2, das maßgeblich an der Erderwärmung beteiligt ist. Aber gibt es eine Umkehr? Selbst schreckliche Ereignisse, wie der Hurrikan „Katharina“ und die Zerstörung einer Millionenstadt, wie New Orleans, bewegt die amerikanische Politik nicht zur Umkehr. Die nächste Hurrikansaison fängt Anfang Juni an und warum soll diese anders ausfallen, als die des Vorjahres? Die USA sind einige der wenigen Länder, die das Klimaprotokoll von Kyoto nicht unterzeichnet haben. Den USA ist es in ihrer Selbstherrlichkeit und Ichbezogenheit egal, wenn Länder, wie Tuvalu, durch steigende Meeresfluten versinken.
Aber es gibt auch Hoffnung: Die Bevölkerung der USA ist politisch in zwei Lager gespalten. Die einen, die die beschriebene Politik unterstützen und die anderen, die fundamental gegen sie ist.
So läuft in den USA zurzeit ein Film an, der von Al Gore, dem Herausforderer von George Bush bei der vorletzten Präsidentenwahl unterstützt wird und der die Klimapolitik des eigenen Landes stark kritisiert.
Bei dem Hegemonialstreben der USA ist es gut, wenn ein starkes Europa der Politik der USA ein Gegengewicht sein kann. Leider ist das nicht die Realität! Kann es aber werden!
Da ist z.B. Großbritannien, das in Person von Tony Blair, den USA unverbrüchliche Treue geschworen hat, bis zum Abgrund oder Polen, das sich durch die Allianz mit den USA einen starken Verbündeten gegen den mächtigen und in den Augen der Polen, unberechenbaren Nachbarn Russland, verspricht.
Insgesamt zeichne ich zwar ein pessimistisches Bild vom Status quo der USA, aber es wird nicht beim derzeitigen Stand bleiben. Die politisch Verantwortlichen in den USA werden schnell merken, dass sie nicht gegen jeden Krieg führen können, der politisch gegen sie ist. Am wenigsten können sie gegen die Natur Krieg führen!