Natürlich brauchen wir das!
Keine Frage! Wozu fragst Du denn!?

So oder ähnlich mag es mir ob dieser Frage entgegen schallen. Nur: was verstehen Sie darunter? Was ist für Sie Toleranz? Oder ist Toleranz im Ende Gleichgültigkeit? Sind wir vielleicht eine zu tolerante Gesellschaft, die dadurch unbedacht wie ein Kind vom Intoleranten überrollt werden und untergehen wird?

Für mich ist Toleranz eine der Grundfundamente von Demokratie.
Wenn ich die Meinung meines Nachbarn nicht dulden, besser gesagt: erdulden kann, dann kann es keinen fruchtbaren Diskurs zwischen uns geben. Demokratie fusst jedoch auf unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen, und damit letztendlich auf dem Erdulden, auf dem Tolerieren, der Meinung des Anderen.
Ein völlig anderes Bild hat z.B. der Missionar. Dieser hat eine Mission, eine Botschaft, ein sicheres Wort und vollständig klare und vor allem wahre Gedanken, eben seinen missionierenden Glauben. Fragen wir hier nach Toleranz der Meinung des Anderen, dann ist das Bild eindeutig: wenn die Meinung in Konflikt mit dem eigenen Glauben steht, dann kann es keine Toleranz geben.
Auf der Gegenseite finden wir den Autisten und den Erleuchteten im Nirvana. Hier ist die Entrückung vom Anderen so weit “gediehen”, dass Toleranz in eigentliche Gleichgültigkeit endet.

Für mich ist Toleranz in keinem Fall Gleichgültigkeit. Wenn ich der Meinung und der Lebensweise meines Nachbarn gleichgültig gegenüber stehe, dann endet hier jede Auseinandersetzung, jeder Diskurs, jede Möglichkeit über den Konflikt sich in Frage zu stellen und weiterzuentwickeln.

Gleichgültigkeit tötet Demokratie genauso wie übermächtiger Missionarseifer und überbordende Meinungssicherheit.